Geschichte des Klosters Altzella
Bildansicht vergrößernDie Ruine der Klosterabtei
Im Jahr 1162 erhielt der Stifter des Klosters, Markgraf Otto von Meißen, genannt „Otto der Reiche“ von Kaiser Friedrich Barbarossa die Erlaubnis zur Gründung eines Klosters, welches zugleich Grablege seiner Familie, des Hauses Wettin wurde. Der Zisterzienserorden übernahm den Aufbau des Klosters, im Jahr 1175 zog der Konvent in die Anlage ein und das klösterliche Leben begann. Noch heute spiegeln sich die Hingabe an ein einfaches und karges Leben im Zeichen des reinen Glaubens und das bauliche Können der Zisterzienser in der Anlage wieder.
Kloster Altzella, damals „Cella Sanctae Mariae“ entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Klöster in Mitteldeutschland. Mönche aus Altzella waren unter anderem an der Gründung der Universitäten Prag und Leipzig, wo sie das sogenannte Bernhard-Kolleg leiteten beteiligt. In der Blütezeit lebten etwa 250 Mönche ständig im Kloster. Das Kloster besaß eine bedeutende wissenschaftliche Bibliothek, die im 1506 errichteten Bibliothekssaal untergebracht war. Die Bibliothek umfasste etwa 960 Bände, vor allem aus den Bereichen Theologie und Philiosophie, Juristerei und Medizin. Auch wirtschaftlich prägte das Kloster die Region. Bis ins Gebiet Böhmens hinein verbreitete die Abtei ihre Wirtschaftshöfe, die sogenannten Grangien. Durch dieses System konnte sich das Kloster mit Rohstoffen und Lebensmitteln selbst versorgen und war dadurch wirtschaftlich unabhängig.
Im Laufe der Reformation in Sachsen wurde das Kloster 1540 aufgelöst. Die Landesherren am sächsischen Hof übernahmen den Besitz. Die weiteren Inventarien wurden verteilt, der größte Teil des Buchbestandes aus der Bibliothek wurde der Universität Leipzig übergeben. Später wurden mehrere Gebäude der ehemaligen Klosteranlage abgerissen um Baustoffe für die nahegelegene Nossner Stadtkirche und das Amtsschloss zu gewinnen. Der Wirtschaftsbereich des ehemaligen Klosters wurde zum kurfürstlichen Kammergut ausgebaut.
Erst 1676 ordnete der sächsische Kurfürst Johann Georg II zum würdigen Gedenken an seine Vorfahren Grabungen an und ließ eine Begräbniskapelle errichten. Der Bau blieb jedoch unvollendet und konnte erst in den Jahren 1787 bis 1804 als ein Mausoleum im klassizistischen Stil vollendet werden. In dieser Zeit, etwa um 1800 entstand ein romantischer Landschaftspark unter der Leitung des Hofgärtners Johann Gottfried Hübler, die Gebäude und Ruinen wurden bei der Gestaltung dieses Parks mit einbezogen.



